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Landwirtschaft & Ernährung

Was ist Demeter?

Eine Beschreibung von Petra Katharina Panthel, Demeter Gärtnerei Gut Bliesdorf

Eine kurze Beantwortung dieser Frage ist nicht möglich. Ich versuche hier aber einige wesentliche Inhalte unserer Methode der Landbewirtschaftung wiederzugeben. Am Ende finden Sie einen Link zur Internetseite des Demeter-Verbandes, wo Sie weitreichendere Informationen und auch weitere Hinweise und Literaturempfehlungen finden können.

Demeter ist in der griechischen Mythologie die Göttin des Wachstums und der Fruchtbarkeit, besonders des Ackerbaus und des Getreides.
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Der Ursprung der biologisch-dynamischen Landwirtschaft liegt in den acht Vorträgen, die Rudolf Steiner (1861 – 1925) im Jahr 1924 im Landwirtschaftlichen Kurs einer interessierten Teilnehmerschaft aus dem Bereich der Landwirtschaft gehalten hat. Bereits einige Jahre zuvor wurde Herr Steiner immer wieder von aktiven Landwirten und Gärtnern angesprochen, doch dringend einen Kurs zu halten mit Aussagen zur Landbewirtschaftung aus geisteswissenschaftlicher Sicht. Sie beobachteten einen Zerfall der Saatgut- und Ernährungsqualität ihrer Erzeugnisse und eine Degeneration der Böden. Die Landwirte waren auf der Suche nach echten zukunftsweisenden Antworten, Lösungsansätzen und Handlungsanweisungen für ihre dringenden Anbauprobleme.

Rudolf Steiner ist vor der Jahrhundertwende als Philosoph und Herausgeber der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes hervorgetreten.

Er hat dann die anthroposophische Geisteswissenschaft begründet, aus der zahlreiche kulturell fruchtbare Impulse hervorgegangen sind, die heute in der Pädagogik, Medizin, Sozialwissenschaften, Landwirtschaft und vielem mehr ihre Entwicklung nehmen. Anthroposophie heißt wörtlich übersetzt: Weisheit vom Menschen. Demeter arbeitet also auf der Basis dieser anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis. Man kann auch sagen, die Anthroposophie ist eine wissenschaftliche Methode zur Erforschung der übersinnlichen Welt. Sie ist eine Ergänzung der Naturwissenschaft, die sich mit dem geistigen Teil des Menschen, den geistigen Wesen in den Reichen der Natur und des Kosmos beschäftigt.

hoernerKernpunkt des Demeter-Landbaus sind die biologisch-dynamischen Präparate.
Diese werden aus Pflanzenteilen, Kuhmist und Quarzmehl hergestellt und in tierischen Hüllen, wie beispielsweise Kuhhörnern, über mindestens ein halbes Jahr im Boden vergraben. Hier vollziehen Sie unter dem Einfluß kosmischer Kräfte eine tiefgreifende Verwandlung.

Kompostpräparate entstehen aus Heilpflanzen: Kamille, Löwenzahn, Brennnessel, Eichenrinde, Schafgarbe und Baldrian und werden unmittelbar nach Auf- oder Umsetzen des Kompostes in den Komposthaufen hineingegeben. Wesentlicher Bestandteil des Kompostes ist mehr oder weniger anteilig Rindermist, der im Naturhaushalt eine ganz besondere Funktion im Bereich der Humusbildung einnimmt.

Spritzpräparate sind z.B. Hornmist (aus Rinderfladen) und Hornkiesel (aus vermahlenem Quarz). Diese werden in Regenwasser dynamisiert und dann ausgebracht. Die Präparate haben energetische Wirkungen, sie wirken harmonisierend auf Böden und Pflanzen, fördern Reifequalität und Fruchtbarkeit. Sie stellen quasi eine Verbindung her zwischen kosmischer und irdischer Welt.

Dynamisieren heißt: homöopathische Mengen an Substanz werden in einem Wasserfass in einer bestimmten kreisenden, trichterbildenden Weise über eine Stunde gerührt und verwirbelt. Dabei geht die Information der Substanz an das Wasser über (wie auch bei der Herstellung homöopathische Medikamente). Dieses dynamisierte Wasser wird feinverteilt je nach Substanz über Böden oder Pflanzen gesprüht. Das Versprühen zu bestimmten Tageszeiten bringt bestimmte Wirkungen mit sich.

In den Demeter-Richtlinien ist die Anwendung der Präparate verbindlich vorgeschrieben, wie auch viele andere Besonderheiten der biologisch- dynamischen Wirtschaftsweise.

Weitere Eckpunkte sind beispielsweise:

  • die Bildung einer Hofindividualität, der Hof wird als lebendiger Organismus betrachtet
  • weitestgehende geschlossene Hofkreisläufe (stofflisch und energetisch)
  • die Verwendung von Rindermist zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit
  • Verbot von Enthornung oder anderer schmerzhafter Eingriffe bei Tieren
  • ein Mindestanteil von 25 % der Anbaufläche wird mit Gründüngung bestellt
  • Kompostierung organischer Stoffe, wie Mist und Pflanzenabfälle zur Herstellung wertvollen Düngers
  • Verbot jeglicher Gentechnik
  • Verbot aller chemischen Pflanzenschutzmittel und Dünger
  • stark eingeschränkte Verwendung natürlicher Pflanzenpflege- und Düngemittel
  • Berücksichtigung kosmischer Rhythmen in der Kulturführung, v.a. bei Aussaat, Pflanzung, Ernte und Züchtung
  • eigene Saatgutzüchtung und -produktion – losgelöst von konventionellen Methoden

 

Weitere Aspekte und Informationen und auch die Demeter-Richtlinien
finden Sie unter: Demeter Verband

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